GÖGGINGEN    Gemeinde Krauchenwies

 

Geschichte

... heute ist Göggingen ein Dorf mit ca. 1000 Einwohnern und liegt in 601 m Meereshöhe im Ablachtal zwischen Donau und Bodensee. Die flachhügelige Landschaft, eine Folge der Eiszeit, hinterließ große Kieslager die bis heute wirtschaftlich genutzt werden.

Die Gögginger Einwohner finden Arbeit und Auskommen in den Handwerks- und Industriebetrieben in der Gemeinde selbst oder als Pendeler in der nahen Umgebung. Einen eigenen Kindergarten, die Grundschule und reges Kultur- und Vereinleben zeichnen Göggingen als familienfreundliche, lebenswerte Gemeinde aus.

Die wichtigsten Meilensteine in der Gemeindeentwicklung :
 

Flurbereinigung und Ablachbegradigung

Neugestaltung des Friedhofes

Schulhausneubau

Bau des Wasserhochbehälters mit Pumpstation in Krauchenwies

Leichenhallenneubau

Installation Ortsantennenanlage

Neubau von 2 Sportplätzen bei der Mühle

Eingemeindung nach Krauchenwies

Anschluss an die Sammelkläranlage Krauchenwies

Sporthallenneubau

Östliche Ortsumfahrung Richtung Laiz

Neu- und Umbau des Rathauses und Feuerwehrhaus

Um- und Neubau Kindergarten

Erschliessung von Wohn- und Industriegebieten

Kirchenrenovation / Anbau Sakristei

Neubau Festplatz im Gewerbegebiet

Ortskernsanierung - Gewerbebrache "Adlerbrauerei"

Neuanlage "Adlerplatz" im Ortskern

Neubau Brücke im "Laizer Weg" in Holzkonstruktion

 

 

 

500-1000 n.Chr.

 

... ca. 500 n. Ch. siedelten die ersten allemanischen Siedler in kleinen Gehöftgruppen am Ufer der Ablach. Sie benannten sich nach dem Namen ihres Anführers; Gaggo oder Gagano.

Aus diesem Namensursprung entwickelte sich Gaginge; Gaggingen; Geggingen; Göggingen. Die Endung Göggingen ist allemanischer Herkunft, wobei die heutige schreibweise nicht mehr historisch begründet ist. Die Urgögginger waren Bauern die die damals übliche Dreifelderwirtschaft betrieben.

Politisch waren die Allemannen von Stammesherzögen regiert, die kriegerisch ihre Gaue bzw. Baare vergrößerten. Die Franken zerschlugen die letzten allemanischen Strukturen um 749 n.Ch. Der letzte allemanische Führer war Lantfried II.

Im Zuge der Christianisierung enstehen in der Region kirchliche Zentren (Kloster Beuron, Reichenau und Konstanz) die heute bedeutende Kulturdenkmäler sind. Vermutlich unter Karl den Großen 768 - 814 ist Göggingen an das Kloster Reichenau verschenkt worden, dadurch wurde Göggingen zur Villikation d.h. ein Mönch wurde als Verwalter von Göggingen eingesetzt. Später wurde diese Aufgaben von Bauern übernommen. Daraus entwickelte sich niederer Dorfadel (Ritter, Junker) der die Geschicke Göggingens bestimmten. Von Göggingen aus wurden die Villikationen von Krauchenwies, Leitishofen, Menningen, Rast und Igelswies mitverwaltet.

Geschätze Einwohner: ca. 30 Personen der Erstbesiedlung bis ca. 200 um 1000 n.Ch.

 

1000-1500 n.Chr.

 

   

... das Gemeindewappen entwickelte sich vermutlich aus zwei Familienwappen von zwei Zweigen der Junkerschaft. Die folgenden Jahrhunderte sind gekennzeichnet von ständigen Verkäufen des Ortes (auch Teilflächen) an diverse Lanadelige aus der Region. Folgend die wichtigsten Stationen:

Um ca. 1200 - 1370 im Besitz der Ritter von Hohenfels die nach und nach aus Geldnot Teile ihrers Besitzes verkaufen mußten . 1377 erwarb der Pfullendorfer Konrad den Frecher den Zehnten für 300 Pfd.Heller. 1380 kaufte der Pfullendorfer Heinrich Schlüfing den Burkhard Hof in Göggingen. Zur Hochzeit seiner Tochter im Jahre 1399 verkaufte er die Zinsgüter zu Göggingen für 300 Pfd.Heller an seinen Schwiegersohn Berthold von Königsegg. 1459 erwarb Eberhad von Werdenberg die Kelnhöfe von Göggingen, Menningen, Rast und Rengetsweiler. Auch die Ritter von von Heudorf wurden Besitzer von Göggingen und verkauften 1446 wohl ihren Teil sowie Gülten und Zinsen, die Mühle und 14 andere Güter für 1024 Pfd. an die Balmersche Pfründe in Überlingen. 1454 verkaufte Caspar von Heudorf zu Boll ganz Göggingen mit allen Gerechtigkeiten, Fällen, Zwing und Bann für 500 rheinische Gulden an Junker Freiherr von Zimmern zu Meßkirch.

Auch wenn sich alles sehr verzwickt anhört, war es scheinbar üblich mit Zinsen, Rechten, Gerichtsbarkeiten, Höfen, ganzen Orten auch zu verschiedenen Teilen zu Handeln. Für uns heute wohl eher verwirrend.

Geschätze Einwohner: ca. 200 Einwohner 1000 n.Ch. bis ca. 500 um 1500 n.Ch.

   

1500-2000 n.Chr.

... munter ging es weiter, im Jahre 1594 kaufte Georg von Helfenstein die ganze Herrschaft Meßkirchs für 400 000 Gulden. Um 1627 erbte das Hause Fürstenberg die ganze Gegend die jedoch 1806 von Napoleon entmachtet wurden. Göggingen wurde Badisch. Ab 1918 gehörte alles zum Freistaat Baden und ab 1952 zu Baden-Württemberg.

Die Zeitspanne war durchzogen von den übelsten Kriegen die Europa und Göggingen erdulden mußten. Ebenso wütete die Pest mehrfach in der Gegend. Göggingen war meistens Aufmarschgebiet freundlicher und feindlicher Streitkräfte. Das hatte zur Folge, dass die Bevölkerung mit Plünderungen, Abgaben und Unterdrückung zurechtkommen mußten.

Während des 30jährigen Krieges 1618 - 1648 starben 31 Gögginger Einwohner und 31 Häuser waren niedergebrannt. Im spanischen Erbfolgekrieg 1701 - 1714 und die napoleonischen Kriege 1792 - 1815 war die Region wiederum Durchzugsgebiet von bayrischen, französischen und kaiserlichen Truppen, die wie gewohnt Göggingen ausbeuteten und brandschatzten.

Die Revolution von 1848/49 wurde auch von den Göggingern unterstützt, die es aber dann vorzogen als sie in Kämpfe verwickelt wurden, wieder nach Hause zu gehn. Die Auswirkungen der beiden Weltkriege im letzten Jahrhundert war hier schon verheerender. 78 Gögginger fielen den Kriegen zum Opfer.

Geschätze Einwohner: ca. 500 Einwohner 1500 n.Ch. bis ca. 1000 um 2000 n.Ch.